Orchesterreise nach Südtirol - Ein Gastbeitrag

Orchesterreise nach Südtirol – Ein Gastbeitrag

I. Trudelnd … und mit gemischten Gefühlen

Ich spiele weder ein Instrument im Orchester, noch habe ich irgendeine Rolle bei den Vorbereitungen zur Reise nach Südtirol gespielt. Und ob mich eine rund 14 stündige Busreise an den Balaton, die ich vor fünf Jahren unternommen habe, für die Konzertreise des COLLEGIUM MUSICUM besonders qualifiziert hat, wage ich zu bezweifeln. (Die Tour nach Ungarn war eine echte Butterfahrt gewesen, mit allem dazugehörigen Schnickschnack, inklusive Verkaufsveranstaltungen, Seniorenkaffeefahrt auf der Donau und Übernachtung in einem Plattenbauhotel mit sozialistischem Vorstadtflair. Kaum überraschend also, dass ich die zweite Busfahrt meines Lebens mit gemischten Gefühlen antrat und meine Erwartungen auf Sparflamme gestellt hatte).

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Meine Aufgabe sollte ja ohnehin nur darin bestehen, die Reise fotografisch zu dokumentieren, für etwas Presse im Rückblick zu sorgen und schließlich einen hübschen kleinen Reisebericht zu verfassen. Voilà, da ist er nun: Einseitig, unausgewogen, ganz und gar subjektiv – persönlich eben. Oder, wie es bei Kurt Tucholsky heißt: „Trudele durch die Welt. Sie ist so schön, gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben“.

II. „Sie waren wunderbare Fahrgäste!“

Sammeln, einladen, einsteigen, losfahren. Flüchtige Begrüßungen. Es ist 6 Uhr früh. Mehr als ein höfliches „Hallo“ und „Guten Morgen“ kann ich mir um diese Uhrzeit beim besten Willen nicht abringen. Überwiegend müde blasse Gesichter am Treffpunkt KatholischSozialesInstitut. So wie meins. Ein paar missglückte Fotos schießen und dann möglichst schnell in den Bus, um noch etwas zu dösen. Zum Glück setzt sich niemand neben mich und erwartet Smalltalk.

Nach der etwas aufgeschreckten Aufbruchstimmung vor dem Bus, geht es drinnen nun erstaunlich ruhig zu. Schon nach einer knappen Stunde Fahrt rascheln nur hier und da noch ein paar Tüten, ansonsten ist es still. Am Fenster rauscht die Landschaft gleichförmig vorbei: grün, grau und unbestimmt.

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Kurz vor Frankfurt kündigt der Fahrer die erste Pause und einen Fahrerwechsel an und bedankt sich bei uns mit den Worten: „Sie waren wunderbare Fahrgäste!“ (Was hatte der Mann erwartet? Das Durchschnittsalter ist gefühlte 50 und selbst der mir unbekannte Junge mit seinen 15 Jahren, hat zu keiner Zeit zu der Befürchtung Anlass gegeben, im Bus könnte das große Tohuwabohu ausbrechen. Hier sitzt weder ein vergnügungssüchtiger Kegelclub, noch eine 10. Klasse auf Abschlussfahrt. Nein, die Orchestermitglieder und ihre Begleitung in Form von Ehefrauen und –männern sind Lehrer, Architekten, Ärzte, Geschäftsleute. Und Laienmusiker. Viel mehr als das gemeinsame Musizieren im COLLEGIUM MUSICUM Bad Honnef hat sie bisher nicht miteinander verbunden: Man trifft sich zu den Proben, man siezt sich, grüßt sich freundlich, wenn man sich in der Stadt begegnet und hat darüber hinaus nicht viel miteinander zu tun).

Der neue Fahrer heißt Robert und stellt sich freundlich vor. Er macht über Lautsprecher auf die Funktionsweise der Sitze aufmerksam und bittet uns die Sicherheitsgurte anzulegen und während der Fahrt nicht im Bus herumzulaufen. – Kein Zweifel, der Mann ist butterfahrterfahren! (Apropos „Butterfahrt“: Über die Knödel auf Schloss Runkelstein wird noch zu sprechen sein).

Kurz hinter Innsbruck der letzte Halt bevor wir gegen 19 Uhr unser Hotel in Nals, rund 15 Kilometer südlich von Meran, erreichen.

Weite Landschaft, mediterranes Klima und die schneebedeckten Berge immer am Horizont. 800 Kilometer von Bad Honnef entfernt duftet es nach Süden: nach Obstbäumen und Sommerblumen.

III. Musizierende Metzger und Landwirte

Ankommen ist das Eine – herzlich und freudig begrüßt zu werden, etwas ganz Anderes.

Nachdem Reinhild, die zu dieser Zeit noch Frau Steinschulte hieß, uns bereits während der Busfahrt mit historischen Details und einem Film über Andreas Hofer umfänglich über Südtirol aufgeklärt hatte, war die Begrüßung durch die Mitglieder des Orchesters der Musikfreunde Meran am Abend des zweiten Tages von einer solch herzlichen Dankbarkeit oder auch dankbaren Herzlichkeit, dass nach einem vom Orchestereigenen Metzger zubereiteten und nach meiner Beobachtung bis auf den letzten Bissen verspeisten Buffet, sowie durch die gereichten alkoholischen Getränke, die Stimmung einen ersten zur gegenseitigen Verbrüderung respektive Verschwesterung geeigneten Höhepunkt erreichte, den Josef „Sepp“ Egger, seines Zeichens Landwirt und nebenberuflich Leiter des Orchesters der Musikfreunde Meran, am Akkordeon noch zu steigern vermochte, indem er Südtiroler Volksweisen zum Besten gab, zu denen Reinhild ihren lebenslustigen Sopran erklingen ließ.

Rolf und Sepp

Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch Sepps rheinischer Kollege Rolf in die Akkordeontasten griff. Michael eröffnete den Tanz mit Adelheid, und mancher mochte sich fragen, warum es dafür erst der Fahrt nach Südtirol bedurft hatte.

Dass es sich beim COLLEGIUM MUSICUM tatsächlich, wie die zierliche Frau in ihrer freundlichen Begrüßungsrede meinte, um das Klon-Orchester der Meraner Musikfreunde handelt – einige Gäste schauten bei diesem Vergleich immerhin ziemlich pikiert drein – ist natürlich ausgemachter Unsinn. Klone unterliegen naturwissenschaftlichen Gesetzen und hierzulande zudem strengen gesetzlichen Auflagen. Tatsache ist vielmehr, dass sich gute Orchester und das gemeinsame Musizieren engagierter Laienmusiker nicht klonen lassen. Wohl aber können aus der geteilten Erfahrung und dem gemeinsamen Erleben, neue Kontakte entstehen – aus Lust und Freude an der Musik und aus Neugier auf Menschen, mit denen man diese Freude teilen kann.

IV. Marketing mit Bergblick

Mich persönlich beeindrucken Menschen, die, wie es landläufig heißt, aus der Not eine Tugend machen. Cleverness, Ideenreichtum und Kreativität können da ganz erstaunliche Ergebnisse zeitigen. Das Weingut Kränzel in Tscherms, das wir am zweiten Tag unseres Aufenthalts in Südtirol besuchten, ist ein überzeugendes Beispiel für solch einen erfolgreichen Weg aus der Krise.

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Zu Beginn der Weinprobe auf der weitläufigen Wiese vor der mittelalterlichen Hofanlage, erzählt der Winzer vom wachsenden Konkurrenz- und Kostendruck auf dem Südtiroler Weinmarkt. Nachdem sich in den letzten Jahren immer deutlicher abzeichnete, dass ein wirtschaftliches Überleben allein vom Weinbau nicht zu bewerkstelligen sein würde, besann man sich auf die bislang ungenutzten Potentiale des Anwesens: Die einzigartige Lage eines historisch wertvollen Winzerhofes, dessen Ursprung bis ins 12. Jahrhundert zurückgeht, verbunden mit der Inszenierung einer Gartenanlage, die dem wachsenden Bedürfnis nach Ruhe und einem nachhaltigen Erleben Rechnung trägt: Zeit zum Schlendern und Betrachten, Ruhe, um Kunst und Natur zu genießen. All das geschickt vermarket mit einem Rahmenprogramm, das auf Meditation, Einkehr und Entschleunigung setzt. Angeboten werden neben den obligatorischen Weinproben Meditationsveranstaltungen im Garten, Konzerte und wechselnde Ausstellungen. Der Wein ist nur noch Nebenerwerbsquelle.

Ehrlich gesagt: Die angebotenen Weine überzeugen mich nicht. Dafür aber war ich von der Aussicht, die sich vom Hügel mitten im Labyrinthgarten eröffnete, tatsächlich ein wenig berauscht. Auch das eine Art Nebenerwerbsquelle.

V. Sissi, Sissi und Meran

Während ein Teil des Orchesters am Pfingstsonntag bereits um 7.30 Uhr Richtung Meran zur Probe in der Pfarrkirche St. Nikolaus fuhr, begann ich den Tag mit einem ausgedehnten Spaziergang Richtung Sirmiano di Sotto. Innerhalb von zwei Stunden bin ich drei Autos und nicht mehr als einer Handvoll Fußgänger begegnet. Manche Städter wären angesichts dieses Verkehrsaufkommens beunruhigt gewesen.

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Robert, der nach zahlreichen geschickten Wende- und Fahrmanövern mit Applaus überschüttete Busfahrer, brachte uns nach Meran. Für zwei Stunden kein Programm. Eis essen, Kaffee trinken, ein Spaziergang entlang der Etsch auf dem „Sissi-Weg“. Vermarket wird im traditionellen Kurort, der über Jahrhunderte Landeshauptstadt Tirols war und mit knapp 40.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Südtirols ist, so ziemlich alles. Vor allem aber die österreichisch-ungarische Kaiserin Elisabeth, deren Marmordenkmal auf der Sommerpromenade nahe der Postbrücke eine eher kümmerliche Herrscherin zeigt: in sich gekehrt, unglücklich und bar aller Lebensfreude.

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So ganz anders, als ihre Darstellung in den drei erfolgreichen Sissi-Filme aus den 50er Jahren durch Romy Schneider, die der Kaiserin zum Image eines Mythos der k.u.k. Monarchie verhalft – zur Freude der Tourismusindustrie. Auch später in Schloss Trauttmansdorff begegne ich ihr wieder. In der idyllisch gelegenen Luxusherberge hat die Kaiserin 1870 und 1889/90 mehrere Monate zugebracht. „Ich bin hier, wo sie einmal war!“ Nichts kann einen Ort mehr aufladen. Offenbar kann nur Monarchen ein solcher Kultstatus zuwachsen. Demokraten eignen sich kaum für den Tourismus.

VI. Mozart mit Gletscherblick oder Wäscheklammern und Magnete

Musikgenuss besitzt verschiedene Qualitäten, je nachdem wie und wo die Musik spielt. Praktisch, weil überall verfügbar: Musik aus der Konserve. Meist von namhaften Interpreten eingespielt. Während Stereoanlagen ein zunehmend kümmerliches Dasein fristen, heißt das Format der Stunde mp3. Ob in der Straßenbahn, im Flugzeug, in Küche, Klo oder Keller, die Knöpfe stecken immer im Ohr, und die Musik ist allgegenwärtig. Praktisch, aber wenig exklusiv, ja sogar ein wenig beliebig.

Live-Musik dagegen bietet das unmittelbare Erlebnis, inklusive Nebengeräusche. Kein steriler Studioklang, kein zwischengeschaltetes Mischpult, das für Einhaltung akustischer DIN-Normen sorgt. Nein, live ist nicht reproduzierbar. Live ist unmittelbar und jede Wiederholung einmalig. Aber auch bei Live-Musik gibt es noch deutliche Qualitätsunterschiede.

Für jeden, der nicht nur mit offenen Ohren, sondern mit sämtlichen wachen und aufnahmefähigen Sinnen ausgestattet ist, muss ein Live-Konzert am Ufer eines Sees, eingebettet in die auf 325 Metern gelegenen Gärten von Schloss Trauttmansdorff mit Blick auf die nur rund 40 Kilometer entfernten Gletscherwelten im 3212 Meter hohen Schnalstal, ein unvergessliches Erlebnis sein. Dieses einzigartige Panorama, vor dem sich das Konzert des Collegium Musicum am Pfingstsonntag abspielte, ja gewissermaßen ereignete, nahm sich wie eine akustische Postkartenidylle aus. – (Schweigend schwärmen ist schwierig).

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Doch die Idylle hatte ihre Tücken. Der leichte Wind, der bereits während der Einspielprobe eingesetzt hatte und zum trickreichen Befestigen der Notenblätter auf den Pulten mittels Wäscheklammern und Magneten zwang, erwies sich mit Beginn des Konzerts als ausgesprochen hartnäckig und in dessen weiterem Verlauf als arglistig und unberechenbar.

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Live-Musik ist also durchaus auch etwas für die Augen. So sehr ich den Musikern ein gelungenes Konzert wünschte, so sehr fieberte ich gleichzeitig dem Augenblick entgegen, in dem eine heimtückische und unerbittliche Böe sämtliche Noten von den Pulten fegen und durch die Luft tragen würde, während die Musiker mit Bögen und Instrumenten bewaffnet, aufspringen und nach den Blättern greifen würden, und aus dem harmonischen Miteinander das große Slapstick-Chaos, die ultimative Kakophonie ausbrechen würde. Die Noten hingen in den Bäumen oder lägen verstreut zwischen den Blumenrabatten – und einige schwömmen, angeknabbert von neugierigen Karpfen, ruhig auf dem See. – Ich hatte den Finger auf dem Auslöser…

Dem COLLEGIUM MUSICUM blieb der GAU erspart, nicht zuletzt auch, weil Anne Beitzel tapfer und unbeirrt Antonias Noten im Griff behielt. Mir hingegen entgingen ein paar spektakuläre Aufnahmen. Bleiben immerhin diese.

VII. Bilderburg und Burgenbilder

Ausflug in die Landeshauptstadt Bozen. Nach einem Gruppenfoto vor dem Denkmal Walters von der Vogelweide, das hier steht, weil neben dem mittelfränkischen Feuchtwangen, dem unterfränkischen Würzburg, der Stadt Frankfurt am Main und dem nordböhmischen Dux auch Lajen in Südtirol Anspruch auf die Herkunft des Minnesängers erhebt – nach dem Gruppenfoto also finden sich die Besucher aus dem Rheinland zu kleinen Gruppen zusammen und erkunden die Stadt.

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Ausgestattet mit der geballten Kompetenz weiblichen Orientierungssinns betrachten wir die steinernen Zeugnisse der Bozener Geschichte. Nachhaltiger als die Eindrücke vom Besuch des Bozener Doms und der Dominikanerkirche, bleibt dabei der Spaziergang durch die malerischen Gassen der Innenstadt, entlang alter Häuser, kleiner sonnenbeschienenen Ladenlokale und schattiger Laubengänge in Erinnerung. Ein Spaziergang voller unscheinbarer und anmutigerEntdeckungen.

Dann macht sich ein Teil der gutgelaunten, der heiteren und entspannten Touristengruppe auf die Suche nach der ultimativen Eisdiele, – schließlich sind wir in den Dolomiten! – während sich der andere bereits Richtung Schloss Runkelstein verflüchtigt hat. Wir folgen oberhalb der Talfer der Promenade, die in einem harmonischen Mischungsverhältnis von Bänken, Spielzeugständen, Mülleimern und Bäumen dezent gesäumt ist. Dabei eröffnet der Weg Richtung Schloss Runkelstein sonnengeschwängerte Ausblicke auf herrschaftliche Anwesen, Berge und spielende Kinder am Flussufer.

Ich weiß immer noch nicht, ob es sich bei den rätselhaften Fresken im Saal der Liebespaare tatsächlich nur um höfisch-artige Minnemalerei oder doch vielmehr um ein anspielungsreiches Südtiroler Kamasutra handelt, dessen genaue Entschlüsselung noch aussteht. Jedenfalls macht die ausgiebige Führung Appetit.

Die buttertriefenden Spinatknödel, die in der Burgschänke serviert werden, sind nicht das Hauptgericht, sondern die Vorspeise! Und beim Durchblättern von Carmens Neuerwerbung, einem Knödelkochbuch mit allen Schikanen, setzt die umgehende Sättigung ein. Es mangelt mir an Butterfahrtkondition. Zum Glück wartet der Bus keine 10 Minuten entfernt auf uns.

VIII. Für einen Augenblick

Der hübsche Innenhof von St. Anna in Lana bietet das ideale Ambiente für das Abschlusskonzert des COLLEGIUM MUSICUM im Rahmen des internationalen Kulturfestivals LanaLive. Die Akustik ist gut, und bereits während der Einspielprobe bleiben ein paar Neugierige stehen und lauschen den Musikern verträumt beim Warmspielen.

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Dass kurz vor Konzertbeginn noch mehr Stühle herangeschafft werden müssen, weil der Andrang größer ist als erwartet, freut nicht nur die Veranstalter. Nach dem vollen Tagesprogramm an diesem Pfingstmontag, macht sich langsam eine entspannte Stimmung unter den Musikern breit. Zeigt die Sonnenuhr an der Hauswand zu Beginn des Konzerts noch die Stunden an, so scheint die Zeit bei einbrechender Dämmerung stillzustehen. Besonders Katrins intime Interpretation von Heitor Villa-Lobos‘ Prelude für Gitarre passt so ganz in die laue Abendstimmung. Und während sich die Klänge mit dem Duft von Oleander und Rosen mischen und vom schwindenden Licht davongetragen werden, befinde ich mich für einen Augenblick am schönsten Ort der Welt.

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IX. Das kollektive Du

Mir war es immer schon ein Rätsel, warum sich die meisten Musiker des COLLEGIUM MUSICUM, die teilweise bereits seit mehreren Jahrzehnten zusammen spielen, untereinander immer noch siezen. Nachdem in den ersten Tagen immerhin erste Lockerungsübungen unternommen worden waren, gab es am letzten gemeinsamen Abend in der Lichtenburg schließlich kein Halten mehr. Die Mitglieder des Orchesters der Musikfreunde Meran waren gekommen, und unterstützt von Südtiroler Volksweisen und Alkohol, vor allem aber getragen von dem Erlebnis der gemeinsam verbrachten Zeit, fanden endlich alle, manche zögerlicher als andere, zum kollektiven Du.

Die fünftägige Reise nach Südtirol war für die Musiker und ihre Begleiter ein nachhaltiges Erlebnis, musikalisch und menschlich. Bereits auf der Hinfahrt hatte Rolf gesagt, dass der enge persönliche Kontakt und das gemeinsame Erlebnis die Integration innerhalb des Orchesters fördern würden.

Es wurde spät an diesem letzten Abend. Und unbestätigten Berichten zufolge fanden sogar einzelne, angesichts der herannahenden Rückfahrt und mit Blick auf die zurückliegenden vertrauten Tage, die zur Erinnerung geworden waren, kaum Schlaf.

X. Trudelnd … und beglückt – Ein Nachsatz

Als Beobachter war ich mit gemischten Gefühlen an Bord gegangen, verlassen habe ich den Bus in Bad Honnef als Teil einer übermüdeten aber gutgelaunten Truppe. Es waren fünf wunderbare Tage, und ich bin glücklich, dass ich Gelegenheit hatte dabeizusein.

Wäre dies ein Poesiealbum, und scheute ich mich nicht vor Kitsch und Plattitüden, würde ich, auf der Suche nach einem geeigneten Motto für die Orchesterfahrt des COLLEGIUM MUSICUM, wohl dieses wählen: „Mach‘ es wie die Sonnenuhr, zähl‘ die heitren Stunden nur.“

Ich halte es derweil mit einem musikalischen Nachsatz, der in der Regel ja in der Grundtonart endet. Und die war in Meran eindeutig Dur pur.

 (Text und Fotos: Paul Schilling)

Linktipp:

Collegium Musicum MeranUnter dem Titel „Mozart mit Gletscherblick“ finden Sie einen gekürzten Beitrag über die Orchesterreise im Magazin „Rhein-Onliner“.

Fahne„Honnefer genießen Mozart mit Gletscherblick.“ Bericht in der Bad Honnefer Wochenzeitung.